Die zweite Hälfte der Saison
Die ersten Monate tragen einen mit ihrer Energie: Alles wächst, alles beginnt, ständig passiert etwas Neues. Im August sieht die Welt ein bisschen anders aus. Viele Monate körperliche Arbeit liegen hinter uns, säen, pflanzen, hacken, jäten, ernten, bewässern, Kisten packen und immer wieder von vorne.
Morgens liegt schon ein erstes herbstliches Gefühl über dem Acker, die Abende werden früher dunkel. Obwohl wir mitten in der Erntezeit stecken, merkt man: Die Saison geht in ihre zweite Hälfte. Und die hat es noch einmal in sich.
Was Ernte im August heißt
Jetzt ist die Zeit der wöchentlichen, zeitintensiven Ernte. In einer Woche haben wir 200 Kilo Tomaten geerntet, das sind für eine Person rund fünf Stunden Arbeit. Zucchini ernten wir alle zwei Tage, und trotzdem sind sie manchmal ganz schön groß. Einmal pro Woche werden die Stangentomaten entblättert, gegeizt und hochgebunden. Und einmal pro Woche fahren wir nach Marquardt, um Schwarzkohl, Porree und Bete zu pflegen.
Die Nachlieferungen von Spitzkohl, Superschmelz und Wirsing sind gepflanzt. Wir hoffen, dass sie genug Zeit haben, um kräftig zu wachsen.
Vier Tonnen Zwiebeln
An einem Samstag haben wir mit 14 Menschen den ersten Teil der Zwiebeln geerntet: vier Tonnen. Ein großer Erfolg. Kurz darauf war die Zwiebelernte geschafft und wieder eine große Kultur sicher vom Feld.
Solche Ernten sind für uns kleine Meilensteine im Jahr. Monatelang stehen die Kulturen auf dem Acker, werden gepflegt und beobachtet, und irgendwann kommt der eine Moment, an dem alles zusammenkommt und vom Feld muss.
Regen zur richtigen Zeit
Wenn man die Bilder aus vielen Teilen Deutschlands und Europas sieht, wird einem erneut bewusst, wie abhängig Landwirtschaft vom Wetter ist. Vielerorts war und ist es enorm trocken. Der Klimawandel hat uns im Griff.
Wir hatten Glück und immer wieder Regen, und vor allem dann, wenn die Kulturen ihn dringend brauchten. Er fällt aber sehr unterschiedlich: An einem Wochenende kamen in Gatow rund 28 Liter pro Quadratmeter, in Marquardt, wo wir nicht bewässern können, nur 10 Liter. Jeder Tropfen zählt dort, damit Hokkaidos und Kartoffeln wachsen.
Bei den Hokkaidos macht sich das bemerkbar. Die Pflanzen stehen gut, die Früchte entwickeln sich kräftig. Die Kartoffeln sind im Schnitt etwas kleiner als im Vorjahr, hier hat das Wasser zum richtigen Zeitpunkt gefehlt. Aber auch damit können wir zufrieden sein.
Der Kohl bekommt Besuch
Beißende und saugende Insekten fühlen sich im Kohl gerade mindestens genauso wohl wie wir. Wir haben die Bestände deshalb mit Neem behandelt, um den Schädlingsdruck zu senken und den Pflanzen Zeit zu geben, sich gut zu entwickeln.
Die ganze Fülle
Die Vielfalt in den Kisten ist jetzt einfach großartig. Tomaten, Paprika, Zucchini, Salate, Wurzeln und all die anderen Sommerkulturen sorgen für Farbe, Geschmack und Vielfalt. Für uns ist das jedes Jahr einer der Momente, in denen man merkt, wofür man die vielen Monate gearbeitet hat.
Während wir auf dem Acker schon an Herbst und Winter denken, landet in den Kisten noch einmal die ganze Fülle des Sommers. Genau diese Mischung macht den August aus: Sommer ernten, Herbst vorbereiten und Wintergemüse retten.
Zusammengestellt aus den Acker News vom 05.08., 11.08., 19.08. und 27.08.2026, dem wöchentlichen Newsletter an unsere Mitglieder.