Da liegt ordentlich Hokkaido auf dem Feld
Nach einer kleinen Probeernte war klar: Da liegt ordentlich Hokkaido auf dem Feld. Sehr ordentlich sogar. Das war die gute Nachricht. Die andere lautete: Die müssen jetzt auch irgendwie vom Feld.
Wir haben uns deshalb ganz bewusst einen großen gemeinsamen Ernteeinsatz gewünscht, statt die Ernte über viele Wochenenden mit wenigen Leuten zu ziehen. Das Feld ist groß. Sehr groß. Wir können dort ohne Probleme 50 Menschen gleichzeitig beschäftigen.
Ein Samstag in Marquardt
Und dann kamen sie. 38 Menschen aus der Solawi haben sich auf den Weg nach Marquardt gemacht, dazu Familie und Freunde, zusammen eine starke Gruppe von 50 Personen. Gemeinsam haben wir uns gefühlt in Windeseile durch die zwei Hektar Hokkaido gearbeitet.
Geholfen hat, die große Fläche vorher in kleinere Abschnitte zu teilen. Es gab Schnitt- und Sammelgruppen, und Christian ist den ganzen Tag mit Großkisten über das Feld gefahren. Nur ein kleines Stück blieb wegen des einsetzenden Regens liegen, das hat das Team in der Woche danach geschafft.
Am Ende waren es 90 Großkisten, geschätzt rund 35 Tonnen. Die Qualität ist super, kaum Fraßspuren, tolle Größe, keine Krankheiten. Für uns ist es eine enorme Erleichterung, diese Mammutarbeit im Wesentlichen mit einer einzigen großen Aktion geschafft zu haben.
Oder, wie wir es uns vorher gewünscht hatten: Am Ende des Tages vor dem leeren Feld stehen und sagen, „Verdammt, haben wir heute etwas geschafft." Genau dafür ist eine Solidarische Landwirtschaft auch da. Nicht nur gemeinsam Gemüse essen, sondern manchmal eben auch gemeinsam richtig viele Kürbisse vom Acker holen.
Tschüss Sommergemüse
Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, und auch die Kiste wandelt sich. Bohnen, Tomaten, Zucchini und Paprika gehen zu Ende. 13 Wochen lang Zucchini, 8 Wochen Bohnen und Paprika, 9 Wochen Tomaten konnten wir in diesem Jahr liefern. Wir freuen uns, dass der Bestand so gut war.
Die klassische Kopfsalatsaison ist vorbei. Dafür warten Herbstsalate und Kohl wie Radicchio, Endivien und Chinakohl. Und den Schwarzkohl in Marquardt befreien wir gerade vom Unkraut, damit er sich leichter ernten lässt.
Und schon an 2027 denken
Gleichzeitig werden die ersten Flächen leer. Wo vor wenigen Wochen noch Gemüse stand, säen wir Gründüngung für das kommende Jahr. Auf der einen Fläche ernten wir die Fülle des Sommers, ein paar Meter weiter denken wir schon an die Saison 2027. So ist Landwirtschaft.
Mitte Oktober kommt die erste Lieferung Feldsalat für den Winter, bis dahin müssen die Folientunnel geräumt sein, in denen noch die Zwiebeln trocknen. Und im Oktober legen wir wieder Knoblauch aus eigenem Saatgut. Dafür werden die Knollen in einzelne Zehen gebrochen, eine Arbeit, die man auch gut im Sitzen machen kann.
Zusammengestellt aus den Acker News vom 01.09., 10.09. und 23.09.2026, dem wöchentlichen Newsletter an unsere Mitglieder.