Neues vom Acker › Juni 2026

Übergangszeit, Kartoffelkäfer und 38 Grad

Der Juni auf dem Acker · 3 Min. Lesezeit

AnbauWetterSolawi

Warum die Kiste jetzt Luft holt

Wir sind in der Übergangsphase von den Gewächshauskulturen zu den Freilandkulturen. Viele glauben, Anfang Sommer müsste es doch ganz viel frisches Gemüse geben. Ist es aber nicht. In unserer Region und mit unserer Anbauweise, ohne beheizte Gewächshäuser, ist das meiste Gemüse noch nicht erntereif. Die Kisten fallen deshalb ein paar Wochen kleiner aus.

Das ist das Prinzip der Solawi: Wir verteilen, was wir ernten. Es gibt Monate, da können wir viel verteilen, und einige, da gibt es weniger. Über das Jahr gleicht sich das aus. Und die Gurken, Zucchini und Tomaten wachsen und wachsen.

20.000 Bete und zwei Hektar Hokkaido

Die Buschtomaten stehen im zweiten großen Folientunnel, und in den Havelmaten sind der erste Satz Buschbohnen, Butternut-Kürbis und Mais gesät. Christian ist praktisch die ganze Zeit mit dem Schlepper unterwegs, um Flächen vorzubereiten, Unkraut zu bearbeiten oder zu düngen.

An zwei Tagen haben wir im Team und mit ein paar Solawistas 20.000 Bete-Pflanzen in Marquardt gepflanzt, mit der Pflanzmaschine, also sitzend. Nach der enormen Ernte im letzten Jahr haben wir vor allem die weiße Bete etwas reduziert. Und am Wochenende darauf haben wir zwei Hektar Hokkaido gesät. Das ist eine ganze Menge. Mit den Lagermöhren und Pastinaken war Mitte Juni dann die letzte große Aussaat geschafft.

Kartoffelkäfer und ein Arbeitstag bis 23 Uhr

Unsere Kartoffeln wachsen sehr schön. Nur einer will sie uns nicht gönnen: Der Kartoffelkäfer und seine Larven sind zahlreich unterwegs. Wir mussten schon zweimal mit im Bioanbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln spritzen.

Das ist zeitlich sehr aufwendig. Gespritzt werden darf nur, wenn es mindestens acht Stunden nicht regnet, kaum Wind geht, möglichst keine direkte Sonne scheint, und nur bei geringer Fahrgeschwindigkeit. Da kann ein Arbeitstag auch schon mal um 23 Uhr enden.

Hackmarathon und Abflammen

Wir haben uns einen Hackmarathon vorgenommen: durch die meisten Kulturen mit der Fingerradhacke, die das Unkraut ganz nah an der Pflanze und in der Reihe herauslöst. In Marquardt sind das zweieinhalb Hektar, das dauert mehrere Tage. Wer hinten auf der Hacke sitzt, badet in Staub und brät in der Sonne. Aber alles, was die Maschine schafft, muss nicht von Hand an Mitmachtagen raus.

Eine weitere wirksame Maßnahme ist das Abflammen. Wir haben den richtigen Zeitpunkt abgepasst und das Unkraut in den Möhren und Pastinaken vernichtet, kurz bevor die Pflänzchen durch den Boden brechen. Das ist jedes Jahr aufs Neue spannend.

Hitze, Hagel und ein Neuanfang bei den Möhren

Es wurde heiß, bis zu 38 Grad. Danach kam Hagel. Einzelne Verbrennungen sieht man an den Dicken Bohnen und am Mangold. Richtig zugesetzt hat die Hitze aber den Möhren und Pastinaken: Die kleinen Pflänzchen haben es nicht überlebt. Wir haben sofort neues Saatgut bestellt und alles neu ausgesät, denn die Kulturen brauchen ihre mehrmonatige Wachstumszeit, und ab jetzt werden die Tage kürzer.

Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig eine Solawi ist, die hinter all dem steht.

Und dann: Zucchinischwemme

Gab es Anfang der Woche nur einzelne Zucchini im Feld, stecken wir ein paar Tage später mitten in der Zucchinischwemme. Auch die ersten Gurken sind reif. Wir haben in diesem Jahr vier Sorten angebaut, Tanja, Persika, Marketmore und Bono, dazu kommt etwas später die Schmorgurke de Russie. Geschmack und Schale sind je nach Sorte unterschiedlich.

Leicht haben es die Freilandgurken nicht. Der Falsche Mehltau frisst sich durch das Blattwerk, und ohne grüne Blätter wächst keine Gurke. Wir hoffen, das Risiko mit zeitlich versetztem Anbau und mehreren Sorten abzumildern.

Zusammengestellt aus den Acker News vom 02.06., 10.06., 16.06., 24.06. und 30.06.2026, dem wöchentlichen Newsletter an unsere Mitglieder.

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